Der Behringer Grind ist ein kompakter Hybrid Synthesizer, dessen volles Potenzial sich mit Einbinden des Patchpanels offenbart. Schnell wird klar, dass in Grind die beiden Dauerbrenner Crave und Brains zu einem neuen Synthesizer verschmolzen wurden. Der digitale Oszillator beherrscht 24 verschiedene Synthese-Modelle, die neben „analogen“ Standard-Sounds auch Chords, Drums und Effektklänge generieren. Um das Spektrum zu ergänzen, gibt es zudem einen Audioeingang und Weißes Rauschen. Als klangformendes Element agiert beim Grind ein 24dB Filter, welches zwischen Lowpass und Highpass umschaltbar ist. Das Filter und der VCA sind analog umgesetzt, daher ergibt sich der hybride Signalweg. Hüllkurve oder LFO können zur Modulation direkt herangezogen werden. Die Komplexität erweitert sich mit der Verwendung des Patchpanels.
Der Multi-Oszillator
Grind’s digitale Tonerzeugung stammt aus dem beliebten Brains Oszillator, einem digitalen Multi-Oszillator für das Eurorack Modularsystem. Dieser enthält 24 verschiedene Synthese-, Drum- und Effekt-Algorithmen. Jedes Modell hat vier direkt zugängliche Parameter und kann über mehrere Steuerspannungseingänge gesteuert werden. Mit Bank und Model wird die ausgewählte Klangerzeugung in der LED-Kette angezeigt. Da auch MODEL via CV gesteuert werden kann, sind wilde Wechsel der Algorithmen innerhalb einer Bank möglich, was auch Glitch-Freunde begeistern dürfte.
Wellenformen und Algorithmen
Virtual Analog (analoge Wellenformen)
Waveshaping (Sinus mit Waveshaper)
FM 2-Operator (Basic-FM Synthese)
Grains (partikelartige Klänge)
Additive (additive Synthese)
Chords (polyphone Sounds)
Speech (Sprachsynthese)
Karplus Strong (pitchbares, kurzes Delay)
Super Saw (extra fetter Sägezahn)
Wavetable (morphbare Wellenformen)
Rain (chaotische Sounds)
Noise (getaktetes DigiNoise)
Dust (rauschhafte Klänge)
Modal Strings (Feedback-basierte Klänge)
FM Drum (Drums mit Metall-Charakter)
Bass Drum (Kickdrums, what else!)
Snare Drum (Snare Drum in allen Varianten)
Hi-Hat (vielseitiges Hi-Hat Modell)
Cowbell (viel mehr als nur 808)
Toms (bauchige Perkussions)
BX7 (Yamaha DX-7 Presets)
Bassline (virtual analog 303)
Wave Generator (Bitcrushed Wellenformen)
Vox (vokale Sounds)
6 freie Slots für zukünftige Erweiterungen
Modulation
Zu den beiden primären Modulationsquellen des hybriden Synths, gehören die ADS Hüllkurve und der LFO mit Dreieck- und Rechteck-Wellenform. Gespielte Noten lassen sich mit Glideentsprechend beugen. Der VCA kann klassich mit der Hüllkurve gesteuert werden oder im Low Pass Gate Mode (LPG) oder im Drone Mode betrieben werden. VC-MIX ist als Mixer für zwei Audio oder CV-Signale, als (spannungsgesteuerter) Crossfader oder als zweiter VCA nutzbar. Das MIDI-Interface gibt Gate, Key CV und einen frei zuweisbaren Parameter aus. Dass der LFO über einen LFO-Rate Eingang verfügt, erweitert die gegebenen Möglichkeiten ungemein. Ab hier sind scheppernde FM-Sounds, sehr experimentelle Klänge direkt umsetzbar.
Patchpanel
Das Patchpanel, dass sich mitsamt MIDI In und Out/Thru das obere Viertel der Bedienoberfläche teilt, verfügt über 21 Eingänge und 13 Ausgänge für Audio-, CV-, Gate-, Trigger- und Clock-Signale. Jeder Funktionsbereich und etliche Sekundärfunktionen haben ihre eigenen Ein- und Ausgänge. Damit eignet sich der Grind hervorragend, um andere halbmodulare Synthesizer und ganze Modularsysteme zu erweitern bzw. mit Oszillatoren und Steuerspannungen zu ergänzen. Im Gegenzug kann Grind z.B. von einem Random-Sequencer getriggert und moduliert werden. Zusätzlich sind Interaktionen möglich, für die es keine Bedienelemente gibt wie z.B. das Oszillator-Modell mit der Hüllkurve zu wechseln.
Sequenzer
Der interne Sequenzer bietet Platz für 64 Pattern, die jeweils bis zu 32 Schritte lang sein können; auch lassen sich wie bei einer 303 Accent und Slide programmieren. Wahlweise zum Sequenzer steht ein Arpeggiator mit den gängigen Abspielmodi zur Verfügung. Das Patchpanel gibt die über USB und MIDI bzw vom internen Sequenzer und Arpeggiator erzeugten Noten als CV und Gate aus.
Entgegen meiner Erwartung lag dem Paket eine Bedienungsanleitung bei, die die wesentlichen Punkte abdeckt, die nötig sind, um den Grind nützen zu können. Der Sequenzer ist beschrieben (funktioniert ähnlich wie der des Moog Mother-32) und die Patchpunkte sind beschrieben, außerdem gibt es Listen für z.B. die Basissounds des Oszillators. Grundsätzlich ist der Grind 1-stimmig, es gibt aber eine Oszillatoreinstellung, da spielt er Akkorde (Harmonics regelt die Tonzusammensetzung von Moll über jazzige 7-9-11er u.ä. nach Dur). Die Vielfalt der Sounds ist gewaltig, die Einstellung über die Regler übersichtlich und wer ein bisschen Erfahrung mit semimodularen oder modularen Synthesizern hat, kann auch intuitiv mit Patchkabeln z.B. den LFO mit den gewünschten Zielen verbinden. Für den Preis ein gigantisches Angebot an Klängen, Spaßgarantie und klare Kaufempfehlung. Musicstore-Lieferung per DPD fast schneller als die Polizei erlaubt. :-)
Optimales Gerät für den Einstieg in die Modulartechnik, sehr gute Verarbeitung, guter Sound und alles dabei. Kann man "blind" kaufen, von mir eine klare Kaufempfehlung.
better than a module. Larger patch bay plus the midi. Punches above its weight and price range. A bit vanilla out of the box but modulate through patching and it’s a clear winner. I risked buying my first behringer two months ago and have been impressed on all fronts.
Sound
Features
Bedienung
Verarbeitung
Preis/Leistung
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