Synthetisierung von Klängen zu physikalischen Objekten
Der Razornator von Erica Synths wurde in Zusammenarbeit mit der holländischen Softwareschmiede 112dB.com entwickelt. Es vereint eine live-orientierte Bedienung mit den innovativen Features und hochqualitativen Algorithmen von 112dB. Das Desktopgerät setzt den Fokus ganz auf fünf chromatisch gestimmte Resonatoren, die die Resonanz physikalischer Objekte wie z.B. Instrumentenkörper, Räume oder Strukturen nachbilden können. Und das mit einem echten Stereo-Signalweg! Mit den 12 Parametern und ein paar weiteren im Menü lässt sich der Effekt weitreichend einstellen. Die chromatische Stimmung der Resonatoren verleiht dem Effekt eine besonders musikalische Note, da sie so in akkordähnlichen Intervallen aufeinander abgestimmt werden können, während der integrierte Envelope Follower dem bearbeiteten Signal Dynamik verleiht.
Der Razornator kombiniert mehrere fein abgestimmte Funktionen zur Stereo-Audiobearbeitung um den harmonischen Gehalt des Eingangssignals zu verändern. Den Anfang im Signalweg macht die Eingangsstufe mit bis zu 24db Gain. Damit lassen sich eher schwache Signale deutlich anheben und kräftige Signale gut übersteuern. Es folgt ein Lowpass Filter mit regelbarer Resonanz, das entscheidenden Einfluss auf die Delay-basierten Resonatoren nimmt, welche manuell gestimmt oder mit dem Envelope Follower moduliert werden. Auf die Resonatoren folgt ein Kompressor, der die heftigsten Pegelspitzen glattbügelt. Das letzte Element im Stereo-Signalweg ist ein Equalizer, der sich eher durch dämpfendes Verhalten auszeichnet. Die Taste Negative Polarity ändert die Polarität der Rückkopplung aller Resonatoren. Wenn diese aktiviert ist, treten in der Rückkopplung nur ungerade Obertöne auf.
Mit 100 Presets sind genug Speicherplätze um die coolsten Kreationen festzuhalten vorhanden. Ab Werk sind die ersten 40 Presets mit Factory-Programmen belegt, weitere 60 stehen zur freien Verfügung. Im Menü versteckt sich der Magic Mode, der im Grunde ein Parameter Randomizer ist und für unerwartete Ergebnisse sorgt, die selbstredend speicherbar sind. Anstelle eines abrupten Preset-Wechsels bietet der Razornator Preset-Morphing an, ausgehend vom aktuellen Preset kann man einstellen, wie schnell der Wechsel vollzogen wird, bis das nächste Preset vollständig „geladen“ ist. Die Optionen hierfür reichen von 0,1 bis 10 Sekunden. Dank der vollständigen MIDI-Implementation bietet sich auch eine Steuerung einzelner Parameter über die DAW oder einen Mastersequencer an. Der Negative Polarity-Mode lässt sich manuell oder via Pedal aktivieren. Der Signalweg ist für Stereo ausgelegt, am Audioeingang wird jedoch auch Mono akzeptiert. Wer auf der Suche nach aktuellen Algorithmen mit frischen Ideen und einem zugänglichen User-Interface ist, sollte sich den Razornator genauer anschauen.