
Mit Ziggy präsentiert Buchla einen kompakten, analogen Desktop Synthesizer, der alle essenziellen Elemente des Buchla-Universums enthält. Historisch betrachtet war und ist Buchla seit den 1960er Jahren anders, als das meiste was man so kennt. Ziggy liefert das komplette West Coast Paket und verzichtet dabei vollständig auf Patchkabel. Dafür gibt es über 100 überschreibbare Presets und einen digitalen Effekt-Prozessor mit Reverb, Delay, Chorus Pitch Shift und Flanger Algorithmen!
Das tragende und zugleich klangformende Element bilden bei Ziggy die beiden Oszillatoren. Der Complex VCO ist der primäre Oszillator, dieser erzeugt eine Sinus-Wellenform, die sich mit Timbre und Waveshape zu einer Spike-, Rechteck- oder Sägezahn-Wellenform morphen lässt. Das Klangpotential ist unglaublich! Wer nur klassische Wellenformen gewohnt ist, wird an dieser Stelle eine der größten Stärken von Buchla bemerken.
Der zweite Oszillator ist der Modulation Oscillator, dieser erzeugt die Wellenformen Sägezahn, Rechteck und Dreieck, hat zwei Frequenzbereiche und kann den Complex VCO mit Amplituden- oder Frequenz-Modulation modulieren. Die Struktur ermöglicht es, „typische“ Analog Sounds mit zwei Oszillatoren; vor allem aber metallisch anmutende FM Sounds in sämtlichen Variationen, Ringmodulation und Tremolo-artige Sounds auf Oszillatorebene zu erzeugen.
Die Modulationen und Zuweisungen dafür verlaufen allesamt unter der Haube, es ist also kein einziges Patchkabel notwendig, um einen Parameter zu animieren. Der CYCLER ist Ziggy’s wichtigste Modulationsquelle; wobei das MIDI Interface und die drei analogen Steuerspannungseingänge -welche übrigens dem Eurorack-Standard entsprechen- an einigen Parametern anliegen oder zuweisbar sind.
Der Cycler fungiert je nach Reglerstellung von Speed, Cycle und Width als LFO oder Hüllkurve. Die erzeugten Spannungen sorgen für eine enorme Dynamik am Modulationsziel. Der Uncertainty-Taster ist ein Zufallsgenerator für die vier Cycle Parameter.
Der XLFO ist die simpelste Modulationsquelle: ein frei zuweisbarer LFO mit Dreieck Wellenform! Eine Besonderheit und für Performer nicht ganz uninteressant ist der Local Suspend-Taster: man hält diesen Taster gedrückt, nimmt Einstellungen und Änderungen an Parametern vor und feuert diese alle auf einmal ab. Drastische Klangwechsel ohne das Preset zu wechseln!
Im Mixer, der hier Audio Blend heißt, entscheidet sich, was auf die Ohren kommt. Der Fader regelt das Mischverhältnis zwischen Complex VCO und Mod VCO, Audio Eingang oder Rauschen. Aufgrund des Rauschgenerators ist Ziggy zu Klängen fähig, die man für analoge HiHats und Snares verwenden kann. Mit Mode Select bestimmt man das VCA-Verhalten; LPG, Combo und VCA stehen zur Auswahl.
Diese VCA-Konstellation ist übrigens ein weiterer Klassiker der Buchla-Schaltungen, denn hier wird ein pingbares, resonanzloses Lowpass Filter mit einem VCA kombiniert. Für den Anwender bedeutet das filtern und Pegelkontrolle in einem. Je nach zugeführter Spannung erzeugt man damit die berühmten „Buchla Bongos“. Womit wir bei GATE wären, dieser Bereich widmet sich der dynamischen Pegelkontrolle und deckt einen weiten Bereich von kurzen Impulsen über hüllkurvenartige Verläufe und LFO Modulation bis hin zur Steuerung durch Aftertouch alles an.

Buchla Electronic Musical Instruments Ziggy